Immobilienkaufmann/-frau - Schwerpunkt Bauträger

Berufsbereiche: Büro, Marketing, Finanz, Recht, Sicherheit / Handel, Logistik, Verkehr
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 3 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: ab € 1.390,- bis k.A. *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Der Schwerpunktlehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" mit den drei Schwerpunkten "Bauträger", "Makler" und "Verwalter" kann seit 1. Mai 2020 erlernt werden. Er ersetzt den bisherigen Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau", bei dem keine Schwerpunkte vorgesehen waren. Lehrlinge, die am 30. April 2020 im Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau (ohne Schwerpunkte)" ausgebildet wurden, können die Lehre nach den bisherigen Regelungen lt. Ausbildungsordnung abschließen. Achtung, ab dem 1.5.2022 gilt eine neue Prüfungsordnung. Diese sieht vor, dass die Prüfung mit einem Schwerpunkt abgeschlossen werden muss. Hierbei kann einer der drei Schwerpunkte Makler, Verwalter oder Bauträger ausgewählt werden.

Lehrlinge des auslaufenden Lehrberufs "Immobilienkaufmann/-frau (ohne Schwerpunkte)" können aber auch bei voller Lehrzeitanrechnung auf den neuen Lehrberuf (Immobilienkaufmann/-frau mit Schwerpunkten) umsteigen (erforderlich ist dafür eine entsprechende Vereinbarung zwischen Lehrbetrieb und Lehrling).

Berufsbeschreibung

Unter "Immobilien" (oder auch "Realitäten") versteht man Grundstücke und Bauwerke (z.B. Wohngebäude, Betriebsgebäude) sowie Wohnungen aller Art. Da der Handel mit Immobilien und deren Betreuung viele Spezialkenntnisse erfordert, hat sich dafür ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt, die Immobilienwirtschaft, sowie eine ganze Reihe von spezialisierten Berufen. Der Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" mit den drei Schwerpunkten "Bauträger", "Makler" und "Verwalter" zeigt diese Vielfalt und den Bedarf an Fachkräften mit spezialisierten Fachkenntnissen für die verschiedenen Spielarten der Branche. "Bauträger" sind Bauunternehmen, die Bauwerke und Wohnungen nicht im Auftrag einer Privatperson oder eines Unternehmens, sondern auf eigene Rechnung errichten, um sie dann später an InteressentInnen zu verkaufen. "Immobilienmakler" sind Unternehmen, die mit Immobilien handeln, also Grundstücke/Gebäude/Wohnungen kaufen und weiterverkaufen oder vermieten. "Immobilienverwalter" sind Unternehmen, die sich (meist im Auftrag der EigentümerInnen) um die Wartung und Instandhaltung von Immobilien kümmern; sie sorgen dafür, dass die Gebäudetechnik (Strom, Kanalisation, Heizung/Lüftung usw.) funktioniert und die Bausubstanz erhalten bleibt (z.B. durch Renovierungsmaßnahmen); bei Mietshäusern sorgen sie für die Vermietung der Wohnungen und die Einhebung der Mieten.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aufgabenbereiche der Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt "Bauträger" genauer beschrieben. Die Aufgabenbereiche sind:

Gemeinsame Aufgabenbereiche aller Schwerpunkte:

  • Office-Management
  • Marketing
  • Betriebliches Rechnungswesen
  • Grundlagen der Immobilienwirtschaft

Aufgabenbereiche im Schwerpunkt "BAUTRÄGER":

  • Rechtliche Grundlagen
  • Grundstücksakquise
  • Bautätigkeit
  • Immobilienmarketing
  • Besichtigung und Beratung
  • Vertragsabwicklung

 

Office-Management:

Der Aufgabenbereich "Office-Management" (also "Büro-Organisation") umfasst alle Aufgaben zur Gewährleistung eines funktionierenden Bürobetriebs. Die Immobilienkaufleute sorgen dafür, dass die Bürogeräte und Anlagen (PC/Laptop, Drucker, Telefonanlage) alle funktionieren, wobei sie einfache Probleme oft selbst lösen, z.B. durch Beheben eines Papierstaus im Drucker oder durch Austauschen leerer Tonerpatronen. Sie kümmern sich um die Beschaffung von Büromaterial, indem sie laufend den Bedarf an Büromaterial ermitteln, Anbote einholen, die Preise und Konditionen vergleichen und die Warenbestellungen durchführen. Sie bearbeiten den Posteingang und Postausgang, frankieren die Versandstücke und beauftragen die Zustelldienste. Immobilienkaufleute beantworten Anfragen, holen Auskünfte ein (telefonisch oder per E-Mail) und erledigen den Schriftverkehr (Briefe, E-Mails usw.). Sie sorgen für die erforderliche betriebliche Kommunikation, indem sie Informationen erfassen, strukturieren, bearbeiten und weiterleiten. Eine wichtige Aufgabe ist das Terminmanagement; es umfasst die Koordinierung von Terminen und Terminänderungen, die Dokumentation und Verwaltung der Termine im Kalendersystem des Betriebs und den Versand von Termin-Informationen und Unterlagen. Die Organisation von Besprechungen und Meetings umfasst die Reservierung und Vorbereitung der Räume, die Beschaffung und Vorbereitung der Unterlagen, die Aufbereitung von Unterlagen (Erstellung von Handouts und Präsentationen), die Erstellung und den Versand von Einladungen, den Empfang und die Betreuung der BesucherInnen und Gäste, die Protokollführung und die Nachbereitung (Schreiben der Protokolle, Zusammenfassung der Ergebnisse usw.).

 

Marketing:

Unter "Marketing" versteht man alle Maßnahmen eines Unternehmens, die dem Zweck dienen, die eigenen Angebote so zu gestalten und darzustellen, dass sie von den KundInnen wahrgenommen und nachgefragt werden. Wichtige Teilbereiche des Marketing sind z.B. Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (in den Medien ua.). Immobilienkaufleute sind an der Gestaltung von Info- und Werbematerialien beteiligt, indem sie z.B. Newsletters, Direct-Mailings, Presseaussendungen, Social-Media-Beiträge und Ähnliches erstellen und gestalten (teilweise auch mit speziellen Computer-Grafikprogrammen). Und sie arbeiten auch an Veranstaltungen mit, bei denen sich das Unternehmen der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Betriebliches Rechnungswesen:

Das Rechnungswesen dient der genauen Dokumentation aller finanziellen Angelegenheiten eines Betriebes. Immobilienkaufleute prüfen alle Belege (Rechnungen, Zahlungsbelege) auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Sie ordnen die Belege nach Datum, Herkunft und Belegart und bereiten sie für die Verbuchung vor. Sie prüfen die Rechnungen auf rechnerische und sachliche Richtigkeit und führen die Zahlungen per Zahlschein oder Online-Überweisung durch. Die Überprüfung der Zahlungseingänge und -ausgänge erfolgt durch regelmäßige Kontrolle der Kontoauszüge. Und schließlich gehört zum Rechnungswesen auch die Aufbereitung der Finanz-Daten, die Ermittlung von Kennzahlen und die Erstellung von Statistiken (z.B. Wohnstatistiken, Preisentwicklung am Immobilienmarkt, Entwicklung der Betriebs- und Mietkosten), die der Betriebsführung als Grundlagenmaterial für die betriebswirtschaftlichen Entscheidungen dienen.

 

Grundlagen der Immobilienwirtschaft:

Immobilienkaufleute benötigen für ihre beruflichen Aufgaben gute grundlegende Kenntnisse der Immobilienwirtschaft. Dazu gehören vor allem rechtliche Kenntnisse, technische Grundkenntnisse und genaue Kenntnisse der Informationsbeschaffung und -verwaltung für alle immobilienwirtschaftlich bedeutsamen Informationen. Wichtige rechtliche Kenntnisse sind: Grundbuchrecht, Mietrecht, Wohnungseigentums- und Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz, Steuer- und Abgabenrecht (z.B. Umsatzsteuer, Immobilienertragssteuer bzw. ImmoEst, Grunderwerbsteuer), Bestimmungen zum Energieausweis (verpflichtende Information über den energietechnischen Zustand eines Gebäudes), Berufshaftpflicht, Fördermöglichkeiten im Wohnbau, gesetzeskonforme Berechnung von Mietzins, Indexanpassungen, Honoraren usw. Grundlegende technische Kenntnisse in der Gebäudetechnik (Strom- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Heizung, Lüftung, Aufzugsanlagen usw.) sind vor allem deswegen erforderlich, weil Immobilienkaufleute die KundInnen fachgerecht über die technischen Einrichtungen der gehandelten Gebäude informieren müssen und auch mit der Beauftragung externer Unternehmen und Handwerker betraut sind, z.B. wenn Reparaturarbeiten erforderlich sind. Ein zentraler Arbeitsbereich der Immobilienkaufleute ist die Informationsbeschaffung und Informationsverwaltung. Sie müssen laufend Grundbuchauszüge (Grundbuch = Verzeichnis aller Immobilien) und sonstige Unterlagen (z.B. Immobilienpläne) beschaffen und die darin enthaltenen Informationen herauslesen. Ganz wichtig ist auch die (elektronische) Erfassung und Verwaltung der Immobilien-Daten in Form sogenannter "Objektakten" (z.B. Grundstücksakten, Gebäudeakten, Wohnungsakten, Miet-/Pachtakten, Bauakten) sowie der Klienten-Daten (z.B. KundInnen-Kartei).

 

Schwerpunkt "BAUTRÄGER":

Immobilienkaufleute mit dem Schwerpunkt "Bauträger" sind in Baufirmen tätig, welche Bauwerke und Wohnungen auf eigene Rechnung errichten und sie dann an InteressentInnen weiterverkaufen. Daraus ergeben sich auch die speziellen Aufgabenbereiche der Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt Bauträger: Grundstücksakquise, Bautätigkeit, Immobilienmarketing, Besichtigung und Beratung sowie Vertragsabwicklung.

Bei der Grundstücksakquise, also bei der Suche nach geeigneten Grundstücken für die geplanten Bauprojekte, wirken die Immobilienkaufleute zunächst bei der Recherche verfügbarer Grundstücke mit. Sie arbeiten bei der Analyse und Bewertung neuer Grundstücke hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeit (Lage, Art, Beschaffenheit, Widmung) und bei der Aufnahme neuer Grundstücke mit, also bei der Besichtigung ("Begehung"), Objektaufnahme und Dokumentation. Ist ein geeignetes Grundstück gefunden, beginnt die Bautätigkeit, wobei die Mitarbeit der Immobilienkaufleute in allen Phasen erforderlich ist: Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen an externe Unternehmen und Handwerker, Erstellung einer Bauträgerkalkulation, Erstellung eines Bauzeitplans, administrative Arbeiten bei der Errichtung des Gebäudes (z.B. Kontrolle und Dokumentation des Baufortschrittes, Aushang von Informationen vor Ort), Abnahme der Bauleistung, Bearbeitung und Prüfung von Gewährleistungsansprüchen der KundInnen. Im Immobilienmarketing werden die geplanten oder bereits fertigen Gebäude, Büros und Wohnungen angepriesen und beworben. Immobilienkaufleute arbeiten an der Erstellung von Verkaufsunterlagen und Verwertungskonzepten mit und erstellen Immobilienannoncen für Printmedien (Zeitungen/Zeitschriften) und geeignete Internetplattformen (z.B. Immobilienportale, Social Media). Bei der Besichtigung und Kundenberatung zeigen die Immobilienkaufleute den potentiellen KäuferInnen die Objekte (z.B. Wohnungen) und bieten Information und Beratung hinsichtlich Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten an. Im Zuge der Vertragsabwicklung wirken die Immobilienkaufleute an folgenden Schritten mit: Erstellung verbindlicher Kaufangebote, Durchführung der erforderlichen Berechnungen (z.B. Nutzfläche, Kaufpreis, Nebenkosten), Festlegung der Nutzungsverhältnisse (z.B. für Grundbuchseintragung, Wohnungseigentumsbegründung), Vorbereitung der notwendigen Unterlagen für die Übergabe der Immobilie (z.B. Bedienungsanleitungen, Pflegehinweise, Übergabeprotokoll, Schlüsselprotokoll, Energieausweis) und Abwicklung des Zahlungsverkehrs (z.B. Zahlungsanweisungen vorbereiten, Zahlungseingänge und -ausgänge überwachen und verbuchen, Mahnungen bei Zahlungsverzug verfassen und aussenden).

Im Schwerpunkt "Bauträger" benötigen Immobilienkaufleute gute Kenntnisse über folgende gesetzliche Bestimmungen: Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz, Bauträgervertragsgesetz, Bauordnung, Flächenwidmung.

Unter "Immobilien" (oder auch "Realitäten") versteht man Grundstücke und Bauwerke (z.B. Wohngebäude, Betriebsgebäude) sowie Wohnungen aller Art. Da der Handel mit Immobilien und deren Betreuung viele Spezialkenntnisse erfordert, hat sich dafür ein eigener Wirtschaftszweig entwickelt, die Immobilienwirtschaft, sowie eine ganze Reihe von spezialisierten Berufen. Der Lehrberuf "Immobilienkaufmann/-frau" mit den drei Schwerpunkten "Bauträger", "Makler" und "Verwalter" zeigt diese Vielfalt und den Bedarf an Fachkräften mit spezialisierten Fachkenntnissen für die verschiedenen Spielarten der Branche. "Bauträger" sind Bauunternehmen, die Bauwerke und Wohnungen nicht im Auftrag einer Privatperson oder eines Unternehmens, sondern auf eigene Rechnung errichten, um sie dann später an InteressentInnen zu verkaufen. "Immobilienmakler" sind Unternehmen, die mit Immobilien handeln, also Grundstücke/Gebäude/Wohnungen kaufen und weiterverkaufen oder vermieten. "Immobilienverwalter" sind Unternehmen, die sich (meist im Auftrag der EigentümerInnen) um die Wartung und Instandhaltung von Immobilien kümmern; sie sorgen dafür, dass die Gebäudetechnik (Strom, Kanalisation, Heizung/Lüftung usw.) funktioniert und die Bausubstanz erhalten bleibt (z.B. durch Renovierungsmaßnahmen); bei Mietshäusern sorgen sie für die Vermietung der Wohnungen und die Einhebung der Mieten.

Im Folgenden werden die wichtigsten Aufgabenbereiche der Immobilienkaufleute mit Schwerpunkt "Bauträger" genauer beschrieben. Die Aufgabenbereiche sind:

Gemeinsame Aufgabenbereiche aller Schwerpunkte:

  • Office-Management
  • Marketing
  • Betriebliches Rechnungswesen
  • Grundlagen der Immobilienwirtschaft

Aufgabenbereiche im Schwerpunkt "BAUTRÄGER":

  • Rechtliche Grundlagen
  • Grundstücksakquise
  • Bautätigkeit
  • Immobilienmarketing
  • Besichtigung und Beratung
  • Vertragsabwicklung

 

Office-Management:

Der Aufgabenbereich "Office-Management" (also "Büro-Organisation") umfasst alle Aufgaben zur Gewährleistung eines funktionierenden Bürobetriebs. Die Immobilienkaufleute sorgen dafür, dass die Bürogeräte und Anlagen (PC/Laptop, Drucker, Telefonanlage) alle funktionieren, wobei sie einfache Probleme oft selbst lösen, z.B. durch Beheben eines Papierstaus im Drucker oder durch Austauschen leerer Tonerpatronen. Sie kümmern sich um die Beschaffung von B…

  • 5 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • Einsatzbereitschaft
  • Gutes Auftreten
  • Kontaktfreude
  • Teamfähigkeit
  • Technisches Verständnis
  • 13 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Fremdsprachenkenntnisse
  • Texterstellung und -bearbeitung
  • Verkaufskenntnisse
  • Auftragsabwicklung
  • Fotografieren
  • Grundlagen des Immobilienrechts
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