PrüftechnikerIn (Fachkraft für Prüftechnik) - Schwerpunkt Baustoffe

Berufsbereiche: Bau, Baunebengewerbe, Holz, Gebäudetechnik / Bergbau, Rohstoffe, Glas, Keramik, Stein / Wissenschaft, Bildung, Forschung und Entwicklung
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 3 1/2 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 1.610,- bis € 2.790,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: Juli 2018). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

ACHTUNG: Der Lehrberuf "PrüftechnikerIn (Fachkraft für Prüftechnik)" mit den beiden Schwerpunkten "Baustoffe" und "Physik" wurde am 1.5.2022 eingerichtet. Er ersetzt den Vorläufer-Lehrberuf "PhysiklaborantIn" (ohne Schwerpunkte). Lehrlinge, die am 30. April 2022 im Lehrberuf "PhysiklaborantIn" ausgebildet wurden und die Lehrzeit noch nicht beendet haben, können nach der alten Ausbildungsordnung bis zum Ende der vereinbarten Lehrzeit (ohne Lehrzeitunterbrechung) weiter ausgebildet werden und bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten; die alte PhysiklaborantIn-Prüfungsordnung gilt weiters auch noch für Prüftechnik-Lehrlinge, deren vereinbarte Lehrzeit vor dem 1.1.2024 endet. PhysiklaborantIn-Lehrlinge können aber auch auf einen der beiden Schwerpunkte "Baustoffe" oder "Physik" des neu geregelten Lehrberufs "PrüftechnikerIn (Fachkraft für Prüftechnik)" umsteigen, wobei die im alten Lehrberuf zurückgelegte Lehrzeit voll angerechnet wird.

Eine Kombination der beiden Schwerpunkte "Baustoffe" und "Physik" ist nicht möglich, wobei allerdings einzelne Inhalte des nicht ausgebildeten Schwerpunktes sehr wohl zusätzlich ausgebildet werden können. Ein Lehrabschluss im jeweils anderen Schwerpunkt kann mittels einer eingeschränkte Zusatzprüfung im Gegenstand "Prüfarbeit" erreicht werden. Auch AbsolventInnen des Vorläuferlehrberufs "PhysiklaborantIn" können diese eingeschränkte Zusatzprüfung im Gegenstand "Prüfarbeit" in den beiden Prüftechnik-Schwerpunkten "Baustoffe" und "Physik" ablegen.

Berufsbeschreibung

PrüftechnikerInnen für Baustoffe untersuchen in Prüflabors die Beschaffenheit (Zusammensetzung, Eigenschaften, Qualität) von Baustoffen bzw. Baumaterialien aller Art (z.B. Beton und Betonfertigteile, Gesteine, Ziegel, Mörtel, Bodenproben, Dämmstoffe, Dichtungsstoffe, Holz- und Metallteile, Bauglas, Asphalt, Verbundwerkstoffe usw.). Sie verwenden dafür spezielle Prüfmittel und Prüfgeräte (vor allem für die Prüfung von Beton, Asphalt, Gesteinen und Böden), z.B. Ausbreittisch (dient zur Ermittlung der Konsistenz von Frischbeton durch Ausbreitversuch), Schleifmaschine (zum Schleifen von Materialproben, z.B. Bohrkernproben), Klimakiste (beheizbarer Behälter zur Simulation von extremen Klimaverhältnissen), Setztrichter (für Ausbreitversuche mit Frischbeton), Frisch- und Festbeton-Prüfgeräte, Luftgehaltsprüfer (zum Prüfen des Luftporengehaltes von Frischbeton), Frostprüfanlagen (zur Prüfung der Frostbeständigkeit der Proben durch Befrostung), Proctortopf (Gerät zur Verdichtung von Bodenproben und Baumaterialien und zur Messung des Dichtegrades), Asphaltanalysatoren (zur Ermittlung des löslichen Bindemittelgehalts von Asphalt), Rheometer (Messgerät zur Ermittlung des Verformungs- und Fließverhaltens von Materialien) und Siebmaschinen (Maschine zur Trennung von Feststoffgemischen nach Korngrößen) ua.

Die Haupt-Aufgabenbereiche der PrüftechnikerInnen in beiden Schwerpunkten (Baustoffe, Physik) sind das Prüfmittel- und Probenmanagement, die Probenprüfung und die Prüfauswertung und Dokumentation.


1. Prüfmittel- und Probenmanagement

Die PrüftechnikerInnen übernehmen die zu prüfenden Materialproben und stellen fest, ob die Proben den festgelegten Anforderungen entsprechen oder ob eine neue Probennahme durchgeführt werden muss. Sie kontrollieren Zustand, Menge, Verpackung und Beschriftung der Proben und bereiten die Proben anhand technischer Unterlagen (Normen, Versuchsbeschreibungen) für die Prüfprozeduren vor. Weiters sorgen sie für die genaue Beschriftung der Proben mit Identifikationscodes und die Erfassung im Probenmanagementsystem (EDV-Datenbank). Proben, die nicht sofort bearbeitet (Rückstellproben), müssen fachgerecht gelagert werden. Zu den Aufgaben der PrüftechnikerInnen gehört auch die Reinigung und Pflege der Prüfmittel/-geräte sowie die regelmäßige Überprüfung ihrer Funktionsfähigkeiten. Dazu zählt etwa das "Justieren", wobei die Messeinrichtungen möglichst exakt eingestellt werden. Beim "Kalibrieren" werden allfällige Abweichung und Messungenauigkeiten eines Messgerätes festgestellt und dokumentiert. Die Kalibrierergebnisse müssen fachgerecht dokumentiert und erfasst werden, ebenso die Wartungsintervalle der Geräte. Wenn die Prüfwerte beim Kalibrieren außerhalb der vorgesehenen Werte des Prüfgeräts liegen, müssen geeignete Maßnahmen (Wartungen, Reparaturen) eingeleitet werden.


2. Probenprüfung

Bei der Vorbereitung der Materialproben für die Prüfung führen die PrüftechnikerInnen zunächst grundlegende labortechnische Arbeiten daran durch, z.B. Wägen, Messen von Volumen, Herstellen von Lösungen. Sodann bereiten sie die Proben mit physikalischen oder chemischen Methoden auf, z.B. durch Filtrieren (Trennen/Reinigen von Stoffen), Zerkleinern, Destillieren (Trennen von Flüssigkeitsbestandteilen durch Verdampfen) oder Aufschließen mit Lösungsmitteln (Herauslösen von Substanzen durch Wasser oder Säure). Weiters wählen die PrüftechnikerInnen die geeigneten Prüfmittel/-geräte aus, führen daran die erforderlichen Einstellungen durch und richten die Prüfaufbauten vorschriftsgemäß her; für spezielle Versuche entwickeln, prüfen und testen sie Sonderaufbauten. Während der Prüfprozeduren sorgen die PrüftechnikerInnen dafür, dass äußere Einflüsse und sonstige Fehlerquellen (z.B. Ablesefehler, Anzeigefehler, Kalibrierungsfehler) möglichst vermieden werden. Sie überprüfen während des Prüfprozesses laufend, ob Abweichungen von den Vorschriften auftreten. Wenn Zweifel an den Prüfergebnissen bestehen (z.B. Plausibilität, Schwankungen), veranlassen sie eine Nachprobe.


3. Prüfauswertung und Dokumentation

Die PrüftechnikerInnen kontrollieren die gewonnenen Messdaten und vergleichen sie mit vorhergehenden Ergebnissen. Bei der Auswahl des Auswerteverfahrens achten sie darauf, dass es dem jeweiligen Prüfprozess entspricht. Sodann führen sie die fachspezifischen Berechnungen durch, z.B. statistische Berechnungen (Mittelwertberechnungen, Varianzberechnungen) und ziehen daraus Rückschlüsse auf die Qualität der Prüfung. Eine wichtige Aufgabe der PrüftechnikerInnen ist schließlich die Dokumentation der Prüfung, wobei alle wesentlichen Arbeitsschritte und Ergebnisse (Probenaufbereitung, Berechnungen, Abweichungen von Vorschriften) aufgezeichnet werden (Prüfprotokoll). Die Daten, Prüfergebnisse und Berechnungen müssen verständlich und übersichtlich aufbereitet und dargestellt werden, z.B. in Form grafischer Auswertungen (z.B. Diagramme). Abschließend werden die Prüfprotokolle und grafischen Auswertungen im betriebsinternen Probenmanagementsystem abgelegt.


4. Schwerpunkt "Baustoffe"

Im Schwerpunkt "Baustoffe" dienen die Materialprüfungen vor Allem zur Prüfung von Beton, Asphalt, Gesteinen und Böden, aber auch von Ziegeln, Putzen, Mörtel oder Hölzern. Die PrüftechnikerInnen für Baustoffe bereiten im Prüflabor die Materialproben für die geplanten Baustoffprüfprozesse vor und nehmen die dafür erforderlichen Prüfmittel/Prüfgeräte in Betrieb. Wichtige Prüfmittel/-geräte in der Baustoffe-Prüfung sind z.B. Luftgehaltsprüfer, Setztrichter, Asphaltanalysatoren, Rheometer und Siebgeräte. Das Prüfziel ist hier die Ermittlung von Kennwerten wie Konsistenz, Wassergehalt, Erstarrungszeiten, Bindemittelgehalt, Kornverteilung, Frostbeständigkeit und Schüttdichte der untersuchten Materialien. Die PrüftechnikerInnen für Baustoffe arbeiten nicht nur im Labor, sondern führen auch Vor-Ort-Prüfungen auf den Baustellen unter Zuhilfenahme von mobilen Baustoffprüflabors (z.B. Laborbussen) durch.

PrüftechnikerInnen für Baustoffe untersuchen in Prüflabors die Beschaffenheit (Zusammensetzung, Eigenschaften, Qualität) von Baustoffen bzw. Baumaterialien aller Art (z.B. Beton und Betonfertigteile, Gesteine, Ziegel, Mörtel, Bodenproben, Dämmstoffe, Dichtungsstoffe, Holz- und Metallteile, Bauglas, Asphalt, Verbundwerkstoffe usw.). Sie verwenden dafür spezielle Prüfmittel und Prüfgeräte (vor allem für die Prüfung von Beton, Asphalt, Gesteinen und Böden), z.B. Ausbreittisch (dient zur Ermittlung der Konsistenz von Frischbeton durch Ausbreitversuch), Schleifmaschine (zum Schleifen von Materialproben, z.B. Bohrkernproben), Klimakiste (beheizbarer Behälter zur Simulation von extremen Klimaverhältnissen), Setztrichter (für Ausbreitversuche mit Frischbeton), Frisch- und Festbeton-Prüfgeräte, Luftgehaltsprüfer (zum Prüfen des Luftporengehaltes von Frischbeton), Frostprüfanlagen (zur Prüfung der Frostbeständigkeit der Proben durch Befrostung), Proctortopf (Gerät zur Verdichtung von Bodenproben und Baumaterialien und zur Messung des Dichtegrades), Asphaltanalysatoren (zur Ermittlung des löslichen Bindemittelgehalts von Asphalt), Rheometer (Messgerät zur Ermittlung des Verformungs- und Fließverhaltens von Materialien) und Siebmaschinen (Maschine zur Trennung von Feststoffgemischen nach Korngrößen) ua.

Die Haupt-Aufgabenbereiche der PrüftechnikerInnen in beiden Schwerpunkten (Baustoffe, Physik) sind das Prüfmittel- und Probenmanagement, die Probenprüfung und die Prüfauswertung und Dokumentation.


1. Prüfmittel- und Probenmanagement

Die PrüftechnikerInnen übernehmen die zu prüfenden Materialproben und stellen fest, ob die Proben den festgelegten Anforderungen entsprechen oder ob eine neue Probennahme durchgeführt werden muss. Sie kontrollieren Zustand, Menge, Verpackung und Beschriftung der Proben und bereiten die Proben anhand technischer Unterlagen (Normen, Versuchsbeschreibungen) für die Prüfprozeduren vor. Weiters sorgen sie für die genaue Beschriftung der Proben mit Identifikationscodes und die Erfassung im Probenmanagementsystem (EDV-Datenbank). Proben, die nicht sofort bearbeitet (Rückstellproben), müssen fachgerecht gelagert werden. Zu den Aufgaben der PrüftechnikerInnen gehört auch die Reinigung und Pflege der Prüfmittel/-geräte sowie die regelmäßi…

  • 1 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • Feinmotorische Geschicklichkeit
  • 14 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Datenbank-Anwendungskenntnisse
  • EDV-Auswertung von Laborversuchen
  • Entwicklung von Prüfmethoden
  • Erstellung von Prüfberichten (Qualitätsmanagement-Kenntnisse)
  • Erstellung von Werkszeugnissen
  • Materialprüfung
  • Medizinische Physik
  • Messdatenauswertung
  • Messdatenerfassung
  • Messtechnik
  • Optimierung von Prüfverfahren
  • Probenanalyse
  • Produktentwicklung
  • Qualitätskontrolle