FahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Motorradtechnik

Berufsbereiche: Maschinenbau, Kfz, Metall
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 4 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 2.880,- bis € 2.900,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnungen: KraftfahrzeugelektrikerIn, KraftfahrzeugmechanikerIn, KraftfahrzeugtechnikerIn, KarosseurIn, KarosseriebautechnikerIn

 


 

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" ersetzt ab 1.7.2026 die beiden Lehrberufe "Kraftfahrzeugtechnik" (Hauptmodule "Motorradtechnik", "Nutzfahrzeugtechnik" und "Personenkraftwagentechnik") und "Karosseriebautechnik". Lehrlinge dieser Vorläuferlehrberufe müssen nach der alten Ausbildungsordnung weiter ausgebildet werden, wenn ihr erstes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2027, ihr zweites Lehrjahr vor dem 1. Juli 2028 oder ihr drittes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2029 enden würde; sie können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten. Falls Lehrlinge der Vorläuferlehrberufe nach einer Lehrzeitunterbrechung die Lehre im neuen Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" fortsetzen wollen, wird die bereits zurückgelegte Lehrzeit voll angerechnet.

Personen, die die Lehrabschlussprüfung in einem Vorläufer-Lehrberuf abgelegt haben, dürfen die folgenden Berufsbezeichnungen führen:

LehrabschlussprüfungBerufsbezeichnung
1. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Personenkraftwagentechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik
2. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Nutzfahrzeugtechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
3. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Motorradtechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Motorradtechnik
4. Karosseriebautechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Karosserietechnik

 

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" hat folgende 4 Schwerpunkte:

  1. Personenkraftwagentechnik
  2. Nutzfahrzeugtechnik
  3. Motorradtechnik
  4. Karosserietechnik

Eine Kombination dieser Schwerpunkte ist NICHT möglich, es können aber einzelne Inhalte der nicht ausgebildeten Schwerpunkte zusätzlich ausgebildet werden.

 


Berufsbeschreibung

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:

  • Personen-Kraftfahrzeuge (PKWs) (Autos zur Personen-Beförderung, z.B. Limousine, SUV, Van, Kombi, Cabrio);
  • Nutzfahrzeuge (LKWs) (Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Lasten, z.B. Lastautos, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungswagen, Autobusse, Pickups);
  • Motorräder (einspurige motorisierte Straßenfahrzeuge, z.B. Cruiser, Tourer, Enduro, Superbike, Chopper);
  • Karosserietechnik (als "Karosserie" wird der gesamte Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kuststoff bezeichnet, also z.B. bei PKWs die Fahrgastkabine, die Kotflügel, die Motorhaube und der Kofferraum).

Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.

Grundlagen der Fahrzeugtechnik:

  • Gesamtaufbau eines Fahrzeuges: Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus; Antriebseinheit (Motor), Antriebsstrang (Kraftübertragung), Fahrwerk (Räder, Lenkung), Fahrzeugaufbau (Boden, Karosserie, Radkasten, Fensterscheiben), elektrische Anlagen, Sicherheitssysteme, Filter (Luft- und Abgasfilter, Kraftstoff- und Schmierölfilter usw.), Betriebsstoffe (Schmiermittel, Kühlmittel);
  • Motoren: Verbrennermotoren (Otto- und Dieselmotor), Elektromotoren, Hybridelektroantriebe mit Brennstoffzellen; Motormechanik; Abgasanlage;
  • Kraftübertragungs-Teile: Kupplung, Getriebe, Differential, Antriebswelle, Fahrwerk (Lenkung, Radaufhängung, Achsen, Federung, Bremsen, Räder, Reifen);
  • elektrische Systeme: Batterie, Generatoren ("Lichtmaschine"), Beleuchtung (Scheinwerfersysteme), elektrisches Bordnetz; Steuergeräte (zur Steuerung von Motor, Getriebe, Klimaanlage und Fahrwerk);
  • Komfort- und Sicherheitssysteme: z.B. Klimaanlage (Heizung, Kühlung), Navigationsgeräte, Autoradio, Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) zur Regelung von Bremsdruck und Motorleistung (Verhindern ein Schleudern des Fahrzeugs); Assistenzsysteme (z.B. Abstandsregler, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfe);
  • Informationstechnik: Messung und Anzeige verschiedener Messwerte des Fahrzeuges (z.B. verschiedene Motororen-Werte wie Drehzahl, Temperatur, Öldruck oder Abgaswerte, Füllstände von Kraftstoff und Motoröl, Reifendruck, Geschwindigkeit usw.).
  • Werkstattabläufe: Auftragsabwicklung (Erfassen der Kunden- und Fahrzeugdaten am Computer, Ermitteln des Reparaturaufwandes, Auftragsannahme, Werkstattauftrag, Materialbeschaffung, Reparatur, Altteilentsorgung, Probefahrt, Rechnung); betriebliche Lagerwirtschaft (Ersatzteile, Werkstoffe, Hilfsstoffe); betrieblicher Warenfluss (Anforderung von Ersatzteilen für Reparaturaufträge, Bereitstellung von hergestellten Neuteilen).

Werkstatttechnik:

  • Technische Unterlagen: Verwenden von Werkstattinformationssystemen, Zeichnungen, Normen, Vorschriften, Bedienungsanleitungen, Plänen und Schaltplänen; Beachten der Fahrzeugherstellervorgaben;
  • Messtechnik: Ermitteln von mechanischen und elektrischen Werten mit Prüf- und Messgräten, Dokumentieren der Ergebnisse;
  • Bearbeitungsverfahren: händisches und maschinelles Bearbeiten von Fahrzeugbauteilen mit Handwerkzeugen, Geräten und Maschinen;
  • Verbindungstechniken: Herstellen lösbarer und unlösbarer Verbindungen, z.B. Montage von Ersatzteilen oder neu hergestellten Teilen.

Umgang mit Hochvolt-Systemen:
(Hochvolt-Systeme bzw. HV-Systeme sind die Antriebsnetze in Elektro- und Hybridfahrzeugen mit einer Spannung von 400 bis 800 Volt; da bei unsachgemäßer Handhabung dieser Hochvoltsysteme absolute Lebensgefahr besteht, dürfen Arbeiten daran ausschließlich von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt werden):

  • physikalischen Grundlagen der Elektrotechnik
  • Fahrzeuge mit Hochvolt-Systemen;
  • Hochvolt-Bauteile;
  • Energiespeichertechnologien;
  • Messgeräte für das Arbeiten mit Hochvolt-Systemen;
  • Wirkung und Gefahren von Hochvolt-Systemen für den menschlichen Körper;
  • Schutzausrüstung und Schutzmaßnahmen bei Arbeiten mit Hochvolt-Systemen;
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Stromunfällen;
  • Sicherheitseinrichtungen eines Hochvolt-Systems;
  • Brandursachen bei Hochvolt-Systemen;
  • Verknüpfung zwischen elektrischem Bord-Netz und Hochvolt-System;

 

FahrzeugtechnikerInnen mit Schwerpunkt Motorradtechnik sind zuständig für Service, Wartung, Inspektion, Reparatur sowie das Umrüsten und Nachrüsten aller Arten von Motorrädern.

Beim Service von Motorrädern handelt es sich um eine regelmäßige Überprüfung und Wartung eines Motorrades zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit und zur Erfüllung der Garantiebedingungen der Herstellerfirma. Beim "kleinen Service" (erfolgt mindestens einmal pro Jahr, am besten im Frühling) werden das Motoröl und der Ölfilter gewechselt, Bremsen, Reifen, Beleuchtung und Kette überprüft sowie kleinere Schäden festgestellt und behoben. Das "große Service" (je nach Modell jeweils nach 6.000 bis 12.000 gefahrenen Kilometern) umfasst vor allem folgende Arbeiten: Überprüfung und Tausch der Sicherheits- und Verschleißteile (Bremsscheiben, Bremsbeläge, Bremsleitungen); Kontrolle und Wartung des Motors und des Antriebs (Ölwechsel, Ölfilterwechsel, Zündkerzen, Luftfilter; Einstellen, Spannen und Fetten der Kette); Austausch verschiedener Filter (z.B. Luftfilter, Abgasfilter, Kraftstofffilter, Ölfilter); Kontrolle und Ergänzung verschiedener Betriebsstoffe (Motoröl, Kühl- und Gefrierschutzmittel, Bremsflüssigkeit); Kontrolle und Wartung von Fahrwerk und Rädern (Profiltiefe und Druck der Reifen, Lenkkopflager, Radlager, Federelemente - Gabel und Federbein); Kontrolle der Elektrik (Beleuchtungsanlage, Batterie, Ladespannung). Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung eines Fahrzeuges (wegen der Begutachtungsplakette auch als "Pickerlüberprüfung" bezeichnet) erfolgt bei neuen Motorrädern nach 3 und nach 5 Jahren und dann jährlich; dabei wird die Verkehrs- und Betriebssicherheit folgender Teile überprüft: Bremsen (Zustand der Bremsanlage, Bremswirkung usw.), Beleuchtung und Elektrik (Scheinwerfer, Rücklicht, Bremslicht, Blinker, Rückstrahler), Reifen und Räder (Profiltiefe, Reifenzustand, Radlager), Lenkung (Leichtgängigkeit, Spiel, Zustand der Lenkungslager und Lenkergriffe), Fahrwerk (Federung, Stoßdämpfer), Antrieb und Kette (Kettenspannung, Zustand von Antriebskette und Kettenrädern, Kettenschleifschutz), Ausrüstung (Ständer, Hupe, Kennzeichenbeleuchtung), Umweltverträglichkeit (Abgaswerte, Lärm, Flüssigkeitsverluste durch den Auspuff), Identifizierung (Abgleich der Fahrgestellnummer am Rahmen mit den Fahrzeugpapieren bzw. in der Zulassungsbescheinigung).

Der zweite große Tätigkeitsbereich der FahrzeugtechnikerInnen für Motorradtechnik ist die Reparatur schadhafter Motorräder. Vor Beginn der Reparaturarbeiten machen die FahrzeugtechnikerInnen zunächst eine Fehlerdiagnose: Sie suchen mit geeigneten Prüf- und Messgeräten (z.B. Fahrzeugsystemtester, Werkstattinformationssysteme, Achs-Vermessung) nach Fehlern bzw. Schäden am Motor, an der Kraftübertragung (Kette), am Fahrwerk, am Fahrzeugaufbau, an den elektrischen Systemen, den Sicherheitssystemen und den pneumatischen und hydraulischen Systemen (Fehlerdiagnose). Die jeweiligen Prüfstände dokumentieren sie in einem Prüfbericht. Die anschließenden Reparaturarbeiten erfolgen meist durch den Ausbau der schadhaften Teile und den Einbau neuer Ersatzteile. Seltener ist es erforderlich, dass die FahrzeugtechnikerInnen selbst die schadhaften Teile reparieren oder nachfertigen müssen, weil es keine geeigneten Ersatzteile mehr gibt (z.B. bei älteren bzw. nicht mehr produzierten Modellen und bei "Oldtimern").

Da heute die Elektrik und die Elektronik eine besonders wichtige Rolle im Fahrzeugbau spielen, gibt es hier im Reparaturbereich besondere Anforderungen an die FahrzeugtechnikerInnen für Motorradtechnik. Ihre Aufgabe ist hier das Erkennen, Diagnostizieren und Dokumentieren von Fehlern und Schäden in den elektrischen Systemen (Beleuchtung, Spannungsversorgung) sowie in deren Einzelbaugruppen (Leuchtmittel, Scheinwerfersysteme, Batterien, Generatoren, Bordnetz, elektrische Motoren, Sensoren) mit geeigneten Prüf- und Messgeräten. Zum Bereich "Elektrik/Elektronik" gehören auch die Komfort- und Sicherheitssysteme, z.B. Anti-Blockier-System (ABS) zur Vermeidung des Schleuderns, kurventaugliches ABS, kurventaugliche Traktionskontrolle (TCS) zur Vermeidung des Durchdrehens des Hinterrads beim Beschleunigen, Tempomat zum Gleichhalten der Geschwindigkeit ohne dauerhaftes Festhalten des Gasgriffes (zur Entlastung des Handgelenks), einstellbare Feder-Dämpfer-Systeme (halten die Reifen bei Unebenheiten permanent am Boden und fangen Stöße ab), Heizungssysteme (Griffheizung, Sitzheizung, beheizbare Bekleidung), elektronische Diebstahlschutzsysteme (Alarmanlage, Wegfahrsperre, GPS-Tracker) sowie deren Einzelbaugruppen (z.B. Sensoren, Kameras, Steuergeräte, Navigationssystem).

Zu den Aufgaben der FahrzeugtechnikerInnen für Motorradtechnik gehört weiters auch das Umrüsten und Nachrüsten der Fahrzeuge. Unter "Umrüsten" versteht man die technische Änderung vorhandener Fahrzeuge, um sie an neue Anforderungen und Funktionen anzupassen. Beim "Nachrüsten" ("Upgrade") geht es um den Einbau zusätzlicher Systeme und Elemente zur Steigerung des Komforts und der Leistung, die vorher nicht vorhanden waren. Häufige Umrüst- und Nachrüstmaßnahmen bei Motorrädern betreffen den Bereich "Aussehen und Ergonomie" der "Maschine", den Bereich "Technik und Sicherheit" und den Bereich "Leistung und Sound". Im Bereich "Aussehen und Ergonomie" geht es um die "Individualisierung" des Fahrzeuges beispielsweise durch Umrüstung auf andere Lenkerformen (z.B. Superbikelenker für aufrechtere Sitzposition), durch Austausch klobiger Originalteile (z.B. Rückspiegel und Blinker) gegen elegantere Ausführungen und durch Änderung der Sitzbank für eine andere Sitzhöhe und Optik. Unter "Ergonomie" bei Motorrädern versteht man das optimale Zusammenspiel zwischen Fahrer und Maschine, um eine ermüdungsfreie, sichere und kontrollierte Sitzposition zu gewährleisten, die sich an die individuelle Anatomie des Fahrers anpasst; dafür müssen vor allem Lenker, Sitzbank und Fußrasten angepasst werden. Im Bereich "Technik und Sicherheit" betreffen Umrüstarbeiten häufige die Beleuchtung (z.B. Umrüstung auf moderne LED-Hauptscheinwerfer), das Fahrwerk (z.B. Einbau anderer Federungen zur Anpassung an das Fahrergewicht) und die Bremsen (z.B. Umrüstung auf Stahlflex-Bremsleitungen, um die Steuerung des Bremsvorganges zu verbessern). Umrüstungen im Bereich "Leistung und Sound" betreffen meist den Auspuff (z.B. Montage von Zubehörschalldämpfern für einen satteren Klang) oder die Motorsteuerung, wobei versucht wird, durch Änderung der Software bzw. der Programmierung des Motorsteuergeräts ("Eletronic Control Unit" bzw. ECU) mittels "Chiptuning" ("ECU-Flash") eine Leistungssteigerung zu erzielen.

Weitere Aufgaben der FahrzeugtechnikerInnen für Motorradtechnik sind das Wechseln von Reifen und das Auswuchten von Rädern. Der Reifenwechsel ist vor allem im Winter notwendig, da für diese Jahreszeit spezielle Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben sind. Durch ein spezielles Profil und eine weichere Gummi-Mischung haften diese bei Kälte und Schneematsch besser auf der Fahrbahn und sind daher sicherer. Beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt wird meist gleich das ganze Rad (Felge+Reifen) ausgetauscht, da das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge recht zeitaufwendig ist und nur dann gemacht wird, wenn die Reifen schon sehr abgenützt sind. Ein regelmäßiger Reifenwechsel ist auch sonst immer wieder erforderlich, da abgenützte Reifen verboten und gefährlich sind (Gefahr des Schleuderns oder eines Reifenplatzers). Bei jedem Reifenwechsel muss jeweils auch - falls vorhanden - das Reifendruckkontrollsystem (RDKS bzw. TPMS=Tire Pressure Monitoring System) überprüft und kontrolliert werden; dieses Kontrollsystem überwacht permanent den Luftdruck der Reifen, warnt bei Druckverlust, erhöht damit die Sicherheit und senkt den Kraftstoffverbrauch; es ist zwar bei Motorrädern nicht verpflichtend vorgeschrieben (so wie etwa für alle Neuwagen und Wohnmobile), wird aber von den Herstellerfirmen bereits häufig eingebaut.

Beim Auswuchten von Rädern soll erreicht werden, dass sich ein Rad absolut gleichmäßig um seine Achse dreht, damit Vibrationen und damit der übermäßige Verschleiß des Fahrwerks (Radaufhängung, Stoßdämpfer) und des Reifenabriebs (Abnützung des Reifens) vermieden werden. Beim Auswuchten wird das Rad in eine Radauswuchtmaschine eingespannt und in schnelle Drehung versetzt; Sensoren messen die Unregelmäßigkeiten und Abweichungen in der Drehung ("Unwuchten") und die Elektronik berechnet, an welcher Stelle der Radfelge Gewichte ("Auswuchtgewichte" aus Zink oder Blei) zum Ausgleich der Unregelmäßigkeit angebracht werden müssen.

Eine wichtige Aufgabe der FahrzeugtechnikerInnen für Motorradtechnik ist schließlich auch die Durchführung von Korrosionsschutzmaßnahmen an den Motorrädern. Als "Korrosion" bezeichnet man bei Fahrzeugen die langsame Zerstörung (das "Verrosten") von Metallteilen durch Feuchtigkeit, Sauerstoff und Streusalze. Am häufigsten sind die Flächenkorrosion (Metallflächen mit beschädigten Lackstellen), die Spaltenkorrosion (in engen Zwischenräumen, wo sich Feuchtigkeit ansammeln kann) und die Lochfraßkorrosion (infolge beschädigter Schutzschichten, z.B. am Auspuff). Die wichtigste Methode zur Verhinderung von Korrosion ist das Auftragen einer Schutzschicht (Rostschutz, Lack), wobei die betroffenen Flächen zunächst gereinigt, geschliffen und entfettet, sodann mit einem Rostschutzmittel grundiert und nach dem Trocknen mit einem Speziallack in mehreren dünnen Schichten lackiert werden; abschließend wird die lackierte Fläche mit Klarlack versiegelt.

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:

  • Personen-Kraftfahrzeuge (PKWs) (Autos zur Personen-Beförderung, z.B. Limousine, SUV, Van, Kombi, Cabrio);
  • Nutzfahrzeuge (LKWs) (Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Lasten, z.B. Lastautos, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungswagen, Autobusse, Pickups);
  • Motorräder (einspurige motorisierte Straßenfahrzeuge, z.B. Cruiser, Tourer, Enduro, Superbike, Chopper);
  • Karosserietechnik (als "Karosserie" wird der gesamte Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kuststoff bezeichnet, also z.B. bei PKWs die Fahrgastkabine, die Kotflügel, die Motorhaube und der Kofferraum).

Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.

Grundlagen der Fahrzeugtechnik:

  • Gesamtaufbau eines Fahrzeuges: Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus; Antriebseinheit (Motor), Antriebsstrang (Kraftübertragung), Fahrwerk (Räder, Lenkung), Fahrzeugaufbau (Boden, Karosserie, Radkasten, Fensterscheiben), elektrische Anlagen, Sicherheitssysteme, Filter (Luft- und Abgasfilter, Kraftstoff- und Schmierölfilter usw.), Betriebsstoffe (Schmiermittel, Kühlmittel);
  • Motoren: Verbrennermotoren (Otto- und Dieselmotor), Elektromotoren, Hybridelektroantriebe mit Brennstoffzellen; Motormechanik; Abgasanlage;
  • Kraftübertragungs-Teile: Kupplung, Getriebe, Differential, Antriebswelle, Fahrwerk (Lenkung, Radaufhängung, Achsen, Federung, Bremsen, Räder, Reifen);
  • elektrische Systeme: Batterie, Generatoren ("Lichtmaschine"), Beleuchtung (Scheinwerfersysteme), elektrisches Bordnetz; Steuergeräte (zur Steuerung von Motor, Getriebe, Klimaanlage und Fahrwerk);
  • Komfort- und Sicherheitssysteme: z.B. Klimaanlage (Heizung, Kühlung), Navigationsgeräte, Autoradio, Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) zur Regelung von Bremsdruck und Motorleistung (Verhindern ein Schleudern des Fahrzeugs); Assistenzsysteme (z.B. Abstandsregler, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfe);
  • Informationstechnik: Messung und Anzeige verschiedener Messwerte des Fahrzeuges (z.B. verschiedene Motororen-Werte wie Drehzahl, Temperatur, Öldruck oder Abgaswerte, Füllstän…
  • 6 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • Einsatzbereitschaft
  • Genauigkeit
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Lernbereitschaft
  • Technisches Verständnis
  • Verantwortungsbewusstsein
  • 16 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Bremsenservice und -reparatur
  • Dokumentation von Messergebnissen
  • Fehlerbehebung an elektronischen Anlagen
  • Hydrauliktechnik
  • Kfz-Diagnose
  • Kfz-Elektronik
  • Kfz-Mechanik
  • Kfz-Service
  • Kraftfahrzeugprüfung nach §57a
  • Kraftfahrzeugservice und -reparatur
  • Lagerhaltung
  • Montage von Motorradreifen
  • Motorradmechanik
  • Motorradservice und -reparatur
  • Reifenservice und -reparatur
  • Zusammenbau von Motorradkomponenten