FahrzeugtechnikerIn - Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik

Berufsbereiche: Maschinenbau, Kfz, Metall
Ausbildungsform: Lehre
Lehrzeit: 4 Jahre. ∅ Einstiegsgehalt: € 2.880,- bis € 2.900,- *
* Die Gehaltsangaben entsprechen den Bruttogehältern bzw Bruttolöhnen beim Berufseinstieg. Achtung: meist beziehen sich die Angaben jedoch auf ein Berufsbündel und nicht nur auf den einen gesuchten Beruf. Datengrundlage sind die entsprechenden Mindestgehälter in den Kollektivverträgen (Stand: 2025). Eine Übersicht über alle Einstiegsgehälter finden Sie unter www.gehaltskompass.at. Die Mindest-Löhne und Mindest-Gehälter sind in den Branchen-Kollektivverträgen geregelt. Die aktuellen kollektivvertraglichen Lohn- und Gehaltstafeln finden Sie in den Kollektivvertrags-Datenbanken des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Hinweis

Ältere Berufsbezeichnungen: KraftfahrzeugelektrikerIn, KraftfahrzeugmechanikerIn, KraftfahrzeugtechnikerIn, KarosseurIn, KarosseriebautechnikerIn

 


 

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" ersetzt ab 1.7.2026 die beiden Lehrberufe "Kraftfahrzeugtechnik" (Hauptmodule "Motorradtechnik", "Nutzfahrzeugtechnik" und "Personenkraftwagentechnik") und "Karosseriebautechnik". Lehrlinge dieser Vorläuferlehrberufe müssen nach der alten Ausbildungsordnung weiter ausgebildet werden, wenn ihr erstes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2027, ihr zweites Lehrjahr vor dem 1. Juli 2028 oder ihr drittes Lehrjahr vor dem 1. Juli 2029 enden würde; sie können bis ein Jahr nach Ablauf der vereinbarten Lehrzeit zur Lehrabschlussprüfung nach der alten Prüfungsordnung antreten. Falls Lehrlinge der Vorläuferlehrberufe nach einer Lehrzeitunterbrechung die Lehre im neuen Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" fortsetzen wollen, wird die bereits zurückgelegte Lehrzeit voll angerechnet.

Personen, die die Lehrabschlussprüfung in einem Vorläufer-Lehrberuf abgelegt haben, dürfen die folgenden Berufsbezeichnungen führen:

LehrabschlussprüfungBerufsbezeichnung
1. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Personenkraftwagentechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik
2. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Nutzfahrzeugtechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik
3. Kraftfahrzeugtechnik - Hauptmodul Motorradtechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Motorradtechnik
4. Karosseriebautechnik Fahrzeugtechnik - Schwerpunkt Karosserietechnik

 

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" hat folgende 4 Schwerpunkte:

  1. Personenkraftwagentechnik
  2. Nutzfahrzeugtechnik
  3. Motorradtechnik
  4. Karosserietechnik

Eine Kombination dieser Schwerpunkte ist NICHT möglich, es können aber einzelne Inhalte der nicht ausgebildeten Schwerpunkte zusätzlich ausgebildet werden.

 


Berufsbeschreibung

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:

  • Personen-Kraftfahrzeuge (PKWs) (Autos zur Personen-Beförderung, z.B. Limousine, SUV, Van, Kombi, Cabrio);
  • Nutzfahrzeuge (LKWs) (Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Lasten, z.B. Lastautos, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungswagen, Autobusse, Pickups);
  • Motorräder (einspurige motorisierte Straßenfahrzeuge, z.B. Cruiser, Tourer, Enduro, Superbike, Chopper);
  • Karosserietechnik (als "Karosserie" wird der gesamte Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kunststoff bezeichnet, also z.B. bei PKWs die Fahrgastkabine, die Kotflügel, die Motorhaube und der Kofferraum).

Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.

Grundlagen der Fahrzeugtechnik:

  • Gesamtaufbau eines Fahrzeuges: Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus; Antriebseinheit (Motor), Antriebsstrang (Kraftübertragung), Fahrwerk (Räder, Lenkung), Fahrzeugaufbau (Boden, Karosserie, Radkasten, Fensterscheiben), elektrische Anlagen, Sicherheitssysteme, Filter (Luft- und Abgasfilter, Kraftstoff- und Schmierölfilter usw.), Betriebsstoffe (Schmiermittel, Kühlmittel);
  • Motoren: Verbrennermotoren (Otto- und Dieselmotor), Elektromotoren, Hybridelektroantriebe mit Brennstoffzellen; Motormechanik; Abgasanlage;
  • Kraftübertragungs-Teile: Kupplung, Getriebe, Differential, Antriebswelle, Fahrwerk (Lenkung, Radaufhängung, Achsen, Federung, Bremsen, Räder, Reifen);
  • elektrische Systeme: Batterie, Generatoren ("Lichtmaschine"), Beleuchtung (Scheinwerfersysteme), elektrisches Bordnetz; Steuergeräte (zur Steuerung von Motor, Getriebe, Klimaanlage und Fahrwerk);
  • Komfort- und Sicherheitssysteme: z.B. Klimaanlage (Heizung, Kühlung), Navigationsgeräte, Autoradio, Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) zur Regelung von Bremsdruck und Motorleistung (Verhindern ein Schleudern des Fahrzeugs); Assistenzsysteme (z.B. Abstandsregler, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfe);
  • Informationstechnik: Messung und Anzeige verschiedener Messwerte des Fahrzeuges (z.B. verschiedene Motoren-Werte wie Drehzahl, Temperatur, Öldruck oder Abgaswerte, Füllstände von Kraftstoff und Motoröl, Reifendruck, Geschwindigkeit usw.).
  • Werkstattabläufe: Auftragsabwicklung (Erfassen der Kunden- und Fahrzeugdaten am Computer, Ermitteln des Reparaturaufwandes, Auftragsannahme, Werkstattauftrag, Materialbeschaffung, Reparatur, Altteilentsorgung, Probefahrt, Rechnung); betriebliche Lagerwirtschaft (Ersatzteile, Werkstoffe, Hilfsstoffe); betrieblicher Warenfluss (Anforderung von Ersatzteilen für Reparaturaufträge, Bereitstellung von hergestellten Neuteilen).

Werkstatttechnik:

  • Technische Unterlagen: Verwenden von Werkstattinformationssystemen, Zeichnungen, Normen, Vorschriften, Bedienungsanleitungen, Plänen und Schaltplänen; Beachten der Fahrzeugherstellervorgaben;
  • Messtechnik: Ermitteln von mechanischen und elektrischen Werten mit Prüf- und Messgräten, Dokumentieren der Ergebnisse;
  • Bearbeitungsverfahren: händisches und maschinelles Bearbeiten von Fahrzeugbauteilen mit Handwerkzeugen, Geräten und Maschinen;
  • Verbindungstechniken: Herstellen lösbarer und unlösbarer Verbindungen, z.B. Montage von Ersatzteilen oder neu hergestellten Teilen.

Umgang mit Hochvolt-Systemen:
(Hochvolt-Systeme bzw. HV-Systeme sind die Antriebsnetze in Elektro- und Hybridfahrzeugen mit einer Spannung von 400 bis 800 Volt; da bei unsachgemäßer Handhabung dieser Hochvoltsysteme absolute Lebensgefahr besteht, dürfen Arbeiten daran ausschließlich von speziell geschultem Fachpersonal durchgeführt werden):

  • physikalischen Grundlagen der Elektrotechnik
  • Fahrzeuge mit Hochvolt-Systemen;
  • Hochvolt-Bauteile;
  • Energiespeichertechnologien;
  • Messgeräte für das Arbeiten mit Hochvolt-Systemen;
  • Wirkung und Gefahren von Hochvolt-Systemen für den menschlichen Körper;
  • Schutzausrüstung und Schutzmaßnahmen bei Arbeiten mit Hochvolt-Systemen;
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Stromunfällen;
  • Sicherheitseinrichtungen eines Hochvolt-Systems;
  • Brandursachen bei Hochvolt-Systemen;
  • Verknüpfung zwischen elektrischem Bord-Netz und Hochvolt-System;

 

FahrzeugtechnikerInnen mit Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechniktechnik sind zuständig für Service, Wartung, Inspektion, Reparatur sowie das Umrüsten und Nachrüsten aller Arten von Nutzfahrzeugen (z.B. Kipper, Sattelzug, Tankfahrzeug, Autobus).

Beim Service von Nutzfahrzeugen handelt es sich um eine regelmäßige Überprüfung (Inspektion) und Wartung eines Nutzfahrzeuges zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit, zur Vermeidung von Ausfallzeiten und zur Erhaltung der Wirtschaftlichkeit (Einsatzbereitschaft, Treibstoffverbrauch usw.). Die technische Wartung und Inspektion erfolgt im Rahmen regelmäßiger Checks, die von den Herstellerfirmen nach bestimmten Intervallen von gefahrenen Kilometern oder von Betriebsstunden vorgeschrieben werden. Dabei werden Verschleißteile wie Bremsen, Kupplung oder Fahrwerk geprüft, schadhafte bzw. abgenützte Teile und Filter ausgetauscht (z.B. Luft- und Abgasfilter, Kraftstofffilter, Ölfilter, Innenraumfilter) und die Betriebsstoffe kontrolliert bzw. ergänzt; Betriebsstoffe sind vor allem Motoröl, Getriebeöl, Kühl- und Gefrierschutzmittel, Bremsflüssigkeit, Hydraulikflüssigkeit (Flüssigkeit zur Kraftübertragung) und das sgn. "AdBlue" (Flüssigkeit, die in modernen Dieselfahrzeugen zur Abgasnachbehandlung eingesetzt wird und schädliche Stickoxide nahezu vollständig in unschädlichen Stickstoff und Wasserdampf umwandelt). Die gesetzlich vorgeschriebene Überprüfung ("Pickerl-Überprüfung") eines Nutzfahrzeuges (LKWs, Omnibusse, Taxis, Rettungsfahrzeuge, Anhänger über 3,5 Tonnen) erfolgt bei Neufahrzeugen erstmals nach einem Jahr, und danach jährlich; dabei werden die für die Verkehrs- und Betriebssicherheit wichtigen Teile sowie die Verschleißteile überprüft, also vor allem Bremsen und Reifen, Lenkung, Gurte, Beleuchtung und elektronische Anlagen, Fahrgestell und Aufbau; bei der Motorüberprüfung wird insbesondere auf Umweltverträglichkeit, Lärmwerte und Abgaswerte geachtet, da Kraftfahrzeuge zur Güterbeförderung in Österreich zusätzlich ein sogenanntes "Umwelt-Pickerl" haben müssen). Das Gutachten der letzten Pickerl-Überprüfung muss immer im Fahrzeug mitgeführt werden!

Der zweite große Tätigkeitsbereich der FahrzeugtechnikerInnen für Nutzfahrzeugtechniktechnik ist die Reparatur schadhafter Fahrzeuge. Vor Beginn der Reparaturarbeiten suchen die FahrzeugtechnikerInnen zunächst mit geeigneten Prüf- und Messgeräten (z.B. Fahrzeugsystemtester inklusive Werkstattinformationssysteme, Achs-Vermessung) nach Fehlern bzw. Schäden an Antriebseinheiten, Antriebssträngen, am Fahrwerk, am Fahrzeugaufbau, an elektrischen Systemen, an Komfort- und Sicherheitssystemen und an pneumatischen und hydraulischen Systemen sowie deren Einzelbaugruppen (Fehlerdiagnose) und dokumentieren die jeweiligen Prüfstände in einem Prüfbericht. Die anschließenden Reparaturarbeiten erfolgen meist durch den Ausbau der schadhaften Teile und den Einbau neuer Ersatzteile. Seltener ist es erforderlich, dass die FahrzeugtechnikerInnen selbst die schadhaften Teile reparieren oder nachfertigen müssen, weil es keine geeigneten Ersatzteile mehr gibt (z.B. bei älteren bzw. nicht mehr produzierten Modellen).

Da heute die Elektrik und die Elektronik eine besonders wichtige Rolle im Fahrzeugbau spielen, gibt es hier im Reparaturbereich besondere Anforderungen an die FahrzeugtechnikerInnen für Nutzfahrzeugtechniktechnik: Ihre Aufgabe ist das Erkennen, Diagnostizieren und Dokumentieren von Fehlern und Schäden in den elektrischen Systemen (Beleuchtung, Spannungsversorgung) sowie deren Einzelbaugruppen (Leuchtmittel, Scheinwerfersysteme, Batterien, Generatoren, Bordnetz, elektrische Motoren, Sensoren) mit geeigneten Prüf- und Messgeräten. Wie vielfältig diese Aufgaben sind, zeigt schon eine einfache Aufzählung von elektrischen/elektronischen Systemen in Fahrzeugen: Rückhaltesysteme (z.B. Sicherheitsgurte, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer), Airbag-Systeme, Pre-Crash-Systeme (zur automatischen Erkennung und Vermeidung von Unfallsituationen mittels Kamera und Radar sowie zur Verringerung der Unfallfolgen, z.B. durch Straffung der Sicherheitsgurte und Notbremsung), Post-Crash-Systeme (z.B. automatisches Abbremsen des Fahrzeugs nach einem Unfall), Fahrerassistenzsysteme (z.B. Notbremsungsassistent, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung, Geschwindigkeitsassistent, Rückfahrassistent, Abstandsregeltempomat, Totwinkelwarner, Verkehrszeichenerkennung, Parkassistent), Infotainmentsysteme (zentraler Touchscreen zur Anzeige von Informationen und zur Unterhaltung, z.B. mit Radio, Streaming und Smartphone-Verbindung), Komfortsysteme (z.B. Klimaautomatik, Sitzheizung und Sitzbelüftung, Lenkradheizung, Elektrische Fensterheber, Soft-Close-Automatik zum leisen Schließen der Türen, Einparkhilfe und Rückfahrkamera, Regensensor usw.), Belüftungssystem, Heizung, Klimatisierung, Diebstahlschutzsysteme, Beleuchtung, Spannungsversorgung (Netzteil zur Umwandlung elektrischer Energie aus dem Netz in eine für elektronische Geräte nutzbare Ausgangsspannung). Bestandteil dieser Systeme sind zahlreiche Einzelbaugruppen, z.B. Gurte, Gasgeneratoren, Sensoren, Kameras, Steuergeräte, Multifunktionslenkrad (Lenkrad mit Tasten, Schaltern oder Schaltflächen zur Steuerung zahlreicher Fahrzeugfunktionen), Navigationssystem (automatische Zielführung zu einem gewählten Ort mittels Positionsbestimmung und Geoinformation), eCall (Notrufsystem) und Hydrauliksysteme (Kraftübertragung durch Flüssigkeiten).

Zu den Aufgaben der FahrzeugtechnikerInnen für Nutzfahrzeugtechnik gehört weiters auch das Umrüsten und Nachrüsten der Nutzfahrzeuge. Unter "Umrüsten" versteht man die technische Änderung vorhandener Fahrzeuge, um sie an neue Anforderungen und Funktionen anzupassen. Dazu gehört bei Nutzfahrzeugen vor allem der Umbau für andere Aufgaben, z.B. der Einbau von Spezialaufbauten wie Kränen, Kühlaggregaten, Ladebordwänden oder Kippern oder die Umrüstung zu speziellen Einsatzfahrzeugen (z.B. für die Feuerwehr). Als "Nachrüsten" von Nutzfahrzeugen bezeichnet man den nachträglichen Einbau von Teilen, Systemen oder Ausstattungen, die ab Werk nicht vorhanden waren. Am häufigsten wird nachgerüstet, um Nutzfahrzeuge an neue gesetzliche Vorschriften anzupassen (z.B. Abgasverringerung durch Einbau von Filtern und Katalysatoren), um die Sicherheit zu erhöhen (z.B. Einbau von Abbiegeassistenten, Kamerasystemen, Rückfahrwarnern oder Steinschlagschutzgittern) und um den FahrerInnen mehr Komfort zu bieten (Einbau von Standheizungen, Klimaanlagen, Kommunikations- und Ortungsgeräten usw.); speziell für Gewerbebetriebe interessant sind Nutzfahrzeug-Nachrüstungen durch Ladungssicherungssysteme, Dachträger, Anhängerkupplungen, Regalsysteme im Laderaum oder durch Druckluftpistolen (diese können an das Druckluft-Bremssystem von LKWs angeschlossen werden und dienen zur Reinigung, Filterpflege und Trocknung).

Weitere Aufgaben der FahrzeugtechnikerInnen für Nutzfahrzeugtechnik sind das Wechseln von Reifen und das Auswuchten von Rädern. Der Reifenwechsel ist vor allem im Winter notwendig, da für diese Jahreszeit spezielle Winterreifen bzw. Ganzjahresreifen gesetzlich vorgeschrieben sind. Durch ein spezielles Profil und eine weichere Gummi-Mischung haften diese bei Kälte und Schneematsch besser auf der Fahrbahn und sind daher sicherer. Beim Wechsel von Sommer- auf Winterreifen und umgekehrt wird meist gleich das ganze Rad (Felge+Reifen) ausgetauscht, da das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge recht zeitaufwendig ist und nur dann gemacht wird, wenn die Reifen schon sehr abgenützt sind. Ein regelmäßiger Reifenwechsel ist auch sonst immer wieder erforderlich, da abgenützte Reifen verboten und gefährlich sind (Gefahr des Schleuderns oder eines Reifenplatzers). Bei jedem Reifenwechsel muss jeweils auch das Reifendruckkontrollsystem (RDKS bzw. TPMS=Tire Pressure Monitoring System) überprüft und kontrolliert werden; dieses Kontrollsystem, das in der EU (Europäische Union) jetzt (seit dem Jahr 2024) auch für alle neu zugelassenen Nutzfahrzeuge (LKWs, Busse, schwere Anhänger) verpflichtend vorgeschrieben ist, überwacht permanent den Luftdruck der Autoreifen, warnt bei Druckverlust, erhöht damit die Sicherheit und senkt den Kraftstoffverbrauch.

Beim Auswuchten von Rädern soll erreicht werden, dass sich ein Autorad absolut gleichmäßig um seine Achse dreht, damit Vibrationen und damit der übermäßige Verschleiß des Fahrwerks (Radaufhängung, Stoßdämpfer) und des Reifenabriebs (Abnützung des Reifens) vermieden werden. Beim Auswuchten wird das Rad in eine Radauswuchtmaschine eingespannt und in schnelle Drehung versetzt; Sensoren messen die Unregelmäßigkeiten und Abweichungen in der Drehung ("Unwuchten") und die Elektronik berechnet, an welcher Stelle der Radfelge Gewichte ("Auswuchtgewichte" aus Zink oder Blei) zum Ausgleich der Unregelmäßigkeit angebracht werden müssen.

Eine wichtige Aufgabe der FahrzeugtechnikerInnen für Nutzfahrzeugtechnik ist schließlich auch die Durchführung von Korrosionsschutzmaßnahmen an den Fahrzeugen. Als "Korrosion" bezeichnet man bei Fahrzeugen die langsame Zerstörung (das "Verrosten") von Metallteilen durch Feuchtigkeit, Sauerstoff und Streusalze. Am häufigsten sind die Flächenkorrosion (Metallflächen mit beschädigten Lackstellen, unbehandelter Unterboden), die Spaltenkorrosion (in engen Zwischenräumen, wo sich Feuchtigkeit ansammeln kann) und die Lochfraßkorrosion (infolge beschädigter Schutzschichten, z.B. am Auspuff). Die wichtigste Methode zur Verhinderung von Korrosion ist das Auftragen einer Schutzschicht (Lack, Unterbodenschutz), wobei die betroffenen Flächen zunächst gereinigt, geschliffen und entfettet, sodann mit einem Rostschutzmittel grundiert und nach dem Trocknen mit einem Speziallack in mehreren dünnen Schichten lackiert werden; abschließend wird die lackierte Fläche mit Klarlack versiegelt.

Der Lehrberuf "Fahrzeugtechnik" kann in folgenden 4 Spezialisierungen ("Schwerpunkten") erlernt und ausgeübt werden:

  • Personen-Kraftfahrzeuge (PKWs) (Autos zur Personen-Beförderung, z.B. Limousine, SUV, Van, Kombi, Cabrio);
  • Nutzfahrzeuge (LKWs) (Straßenfahrzeuge zur Beförderung von Lasten, z.B. Lastautos, Sattelschlepper, Feuerwehr- und Rettungswagen, Autobusse, Pickups);
  • Motorräder (einspurige motorisierte Straßenfahrzeuge, z.B. Cruiser, Tourer, Enduro, Superbike, Chopper);
  • Karosserietechnik (als "Karosserie" wird der gesamte Fahrzeugaufbau aus Stahlblech, Aluminiumblech oder Kunststoff bezeichnet, also z.B. bei PKWs die Fahrgastkabine, die Kotflügel, die Motorhaube und der Kofferraum).

Unabhängig von der Spezialisierung erlernen alle Fahrzeugtechnik-Lehrlinge die Grundlagen der Fahrzeugtechnik, die Werkstatttechnik sowie den Umgang mit Hochvolt-Systemen.

Grundlagen der Fahrzeugtechnik:

  • Gesamtaufbau eines Fahrzeuges: Bauformen und Bauweisen des Fahrzeugaufbaus; Antriebseinheit (Motor), Antriebsstrang (Kraftübertragung), Fahrwerk (Räder, Lenkung), Fahrzeugaufbau (Boden, Karosserie, Radkasten, Fensterscheiben), elektrische Anlagen, Sicherheitssysteme, Filter (Luft- und Abgasfilter, Kraftstoff- und Schmierölfilter usw.), Betriebsstoffe (Schmiermittel, Kühlmittel);
  • Motoren: Verbrennermotoren (Otto- und Dieselmotor), Elektromotoren, Hybridelektroantriebe mit Brennstoffzellen; Motormechanik; Abgasanlage;
  • Kraftübertragungs-Teile: Kupplung, Getriebe, Differential, Antriebswelle, Fahrwerk (Lenkung, Radaufhängung, Achsen, Federung, Bremsen, Räder, Reifen);
  • elektrische Systeme: Batterie, Generatoren ("Lichtmaschine"), Beleuchtung (Scheinwerfersysteme), elektrisches Bordnetz; Steuergeräte (zur Steuerung von Motor, Getriebe, Klimaanlage und Fahrwerk);
  • Komfort- und Sicherheitssysteme: z.B. Klimaanlage (Heizung, Kühlung), Navigationsgeräte, Autoradio, Antiblockiersystem (ABS) und elektronische Stabilitätsprogramme (ESP) zur Regelung von Bremsdruck und Motorleistung (Verhindern ein Schleudern des Fahrzeugs); Assistenzsysteme (z.B. Abstandsregler, Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfe);
  • Informationstechnik: Messung und Anzeige verschiedener Messwerte des Fahrzeuges (z.B. verschiedene Motoren-Werte wie Drehzahl, Temperatur, Öldruck oder Abgaswerte, Füllständ…
Eine Kraftfahrzeugtechniker arbeitet in einer Werkstatt und sortiert Werkzeuge in einem Werkzeugwagen.
© AMS / Chloe Potter
Auf dem Bild sind Kraftfahrzeugtechniker in einer Werkstatt zu sehen.
© AMS / Chloe Potter
Ein Kraftfahrzeugtechniker hält mehrere Schraubenschlüssel in der Hand und ist gerade dabei, ein Kraftfahrzeug zu reparieren.
© AMS / Chloe Potter
Eine Kraftfahrzeugtechnikerin tauscht einen Luftfilter in einem Maschinenraum aus.
© AMS / Chloe Potter
Eine Kraftfahrzeugtechnikerin repariert einen Motor.
© AMS / Chloe Potter
Das Bild zeigt KraftfahrzeugtechnikerInnen, die unter einem großen Fahrzeug in einer Werkstatt arbeiten.
© AMS / Chloe Potter
Das Bild zeigt Kraftfahrzeugtechniker bei Installationsarbeiten an einer Decke.
© AMS / Chloe Potter
Drei KraftfahrzeugtechnikerInnen arbeiten in einem industriellen Umfeld und untersuchen gemeinsam ein Gerät.
© AMS / Chloe Potter
  • 7 überfachliche berufliche Kompetenzen
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit
  • Einsatzbereitschaft
  • Genauigkeit
  • Körperliche Belastbarkeit
  • Lernbereitschaft
  • Technisches Verständnis
  • Verantwortungsbewusstsein
  • 14 In Inseraten gefragte berufliche Kompetenzen
  • Schweißkenntnisse
  • Bremsenservice und -reparatur
  • Dokumentation von Messergebnissen
  • Fehlerbehebung an elektronischen Anlagen
  • Hydrauliktechnik
  • Kfz-Diagnose
  • Kfz-Service
  • Kfz-Spenglerei
  • Kraftfahrzeugprüfung nach §57a
  • Kraftfahrzeugservice und -reparatur
  • Lagerhaltung
  • Landmaschinentechnik
  • Lkw-Elektronik
  • Lkw-Mechanik
Eine Kraftfahrzeugtechniker arbeitet in einer Werkstatt und sortiert Werkzeuge in einem Werkzeugwagen.
© AMS / Chloe Potter
Auf dem Bild sind Kraftfahrzeugtechniker in einer Werkstatt zu sehen.
© AMS / Chloe Potter
Ein Kraftfahrzeugtechniker hält mehrere Schraubenschlüssel in der Hand und ist gerade dabei, ein Kraftfahrzeug zu reparieren.
© AMS / Chloe Potter
Eine Kraftfahrzeugtechnikerin tauscht einen Luftfilter in einem Maschinenraum aus.
© AMS / Chloe Potter
Eine Kraftfahrzeugtechnikerin repariert einen Motor.
© AMS / Chloe Potter
Das Bild zeigt KraftfahrzeugtechnikerInnen, die unter einem großen Fahrzeug in einer Werkstatt arbeiten.
© AMS / Chloe Potter
Das Bild zeigt Kraftfahrzeugtechniker bei Installationsarbeiten an einer Decke.
© AMS / Chloe Potter
Drei KraftfahrzeugtechnikerInnen arbeiten in einem industriellen Umfeld und untersuchen gemeinsam ein Gerät.
© AMS / Chloe Potter